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  – 17.05.2010

[Italien] Synode 2010 der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien: Holger Milkau bestätigt als Dekan, Ulrich Eckert neuer Vizedekan

Vorgestellt wurde auch das erste zweisprachige Gesangbuch für die Lutheraner in Italien

Die jährliche Synodentagung der Evangelisch-Lutherische Kirche in Italien (ELKI), die dieses Jahr in Verona stattgefunden hat, ist am 3 Mai zu Ende gegangen.

Die wichtigsten Beschlüsse der Synode, die seit 2008 von der Präsidentin Cristiane Groeben und von der Vizepräsidentin Caroline von Hohenbühel geleitet wird, betreffen die Wiederwahl von Holger Milkau zum Dekan der ELKI, die Wahl von Ulrich Eckert, Pastor der Mailänder Gemeinde, zum neuen Vizedekan und die Einsetzung eines Ausschusses, der mit der Berichterstellung über die Möglichkeit einer Segnung von auch gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften, die allerdings nicht mit einer Trauung verwechselt werden kann und darf, beauftragt wurde.

Auch wurde auf der Synode das neue Gesangbuch vorgestellt. Es handelt sich um das erste zweisprachige Gesangbuch in der Geschichte der Lutheraner in Italien. Es spiegelt das Nebeneinander der italienischen und der deutschen Sprache und Kultur in der Lutherischen Kirche in Italien wider und ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit, die für die Auswahl, die Übersetzung und die Harmonik der italienischen und deutschen Lieder aus evangelischer und katholischer Tradition erforderlich war.

An die Spitze der Kirche wurde für die nächsten vier Jahre der seit 2005 amtierende Dekan Milkau wiedergewählt. Dies ist ein Zeichen der Kontinuität auf dem von der Kirche in den letzten Jahren eingeschlagenen Weg. Der neue Vizedekan Eckert ist der Nachfolger von Sebastian Zebe, der nach Ablauf seiner Amtszeit als Pastor der Gemeinde Bozen vor Kurzem nach Deutschland zurückgekehrt ist.
Dekan Milkau und Vizedekan Eckert wurden am Sonntag in der Kirche San Pietro Martire in einem Gottesdienst feierlich eingeführt. Dank eines Abkommens mit der katholischen Diözese von Verona steht der kleinen lutherischen Gemeinde Veronas diese Kirche für ihre Gottesdienste zur Verfügung. Dieses Abkommen ist das Ergebnis der ökumenischen Beziehungen zwischen den zwei christlichen Kirchen sowie der freundschaftlichen und respektvollen Gesinnung ihrer Mitglieder.

“Ich danke der Synode aufrichtig, mich in meinem Amt an der Spitze unserer Kirche bestätigt zu haben. Eine Entscheidung, die ich nicht ohne Stolz annehme, und der ich mit großer Verantwortung und noch größerer Begeisterung als im Laufe meiner ersten Amtszeit nachkommen werde. Ich freue mich, dass meine Wiederwahl mit einer in gewisser Weise für Italien historischen Entscheidung zusammenfällt. Wir stehen am Beginn eines Weges, der – zum ersten Mal seitens einer Kirche – zur Befürwortung der Segnung von Lebenspartnerschaften, die von der herkömmlichen Familie abweichen, führen könnte. Ein nicht leichter Weg, der aber heiteren Herzens und mutig beschritten werden sollte, und auf dem pastorale und menschliche Aspekte in Einklang gebracht werden sollten.“, meinte Dekan Holger Milkau.

Die Synode hat in der Tat die Einsetzung eines Ausschusses beschlossen, der die Möglichkeit der Segnung von der klassischen Familie divergierenden Lebenspartnerschaften untersuchen und bearbeiten soll. Dazu gehören auch die gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften (vgl. im diesbezüglichen Absatz dieser Pressemitteilung den Text des offiziellen Synodenbeschlusses). Die Entscheidung stützt sich auf die pastorale Erfahrung, durch die es täglich zu Kontakt mit neuen und andersartigen Formen des Zusammenlebens kommt. Nach Ansicht der ELKI hat jede Kirche die Aufgabe Menschen, auch Menschen in besonders schwierigen Situationen, zu begleiten und zu unterstützen und ihren Beitrag zur Überwindung jeglicher Form von sozialer Diskriminierung und Ausgrenzung zu leisten.

“Der Ausschuss hat keinerlei Stellungnahme zum Thema der nicht herkömmlichen oder gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften abzugeben, sondern soll untersuchen, wie vorgegangen werden sollte, um tatsächlich alle Menschen, auch die, die anders als die Mehrheit sind, aufzunehmen und zu respektieren. – so Dekan Milkau – Auch wenn die Ehe mit ihrem besonderen Wert in der christlichen Tradition mit anderen Formen von Lebensgemeinschaften nicht gleichzustellen ist, hält die Lutherische Kirche es für legitim, dass sich liebende Menschen ihre Lebenspartnerschaft unter Gottes Segen stellen wollen. Gleichwohl wäre dieser Segen keine ethische, sondern eine pastorale und religiöse Zustimmung. Im Mittelpunkt der evangelischen Überzeugung des Luthertums steht das Hören des rechtfertigenden Wort Gottes und die gegenseitige Anerkennung, auch derer die andere Formen von Lebensgemeinschaften leben.“

Zu erwähnen ist weiterhin, dass die Synode in Verona die Berichterstattung über die Arbeit des Konsistoriums (Regierungsorgan der ELKI) und die Partnerschaften mit den Kirchen in Slowenien und Ungarn geprüft, diskutiert und angenommen hat. Weiterhin wurden die Berichte über die von der ELKI und/oder von den einzelnen Gemeinden geförderten Aktivitäten angehört: Berichte über das Verlagshaus Claudiana, die Schule in Santa Maria La Bruna, das Zentrum Idelmo Poggioli, das Kulturprojekt diffusioneteatro, das Studienzentrum für Ökumene - Melanchthonzentrum und andere.





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