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Protestantische Kirche A.B. von Elsass-Lothringen (EPCAAL)

Sehr früh hat sich Alsace-Moselle den Ideen der Reformation angeschlossen. Ab 1521 verteidigt Matthieu Zell, Prediger an der Kathedrale von Straßburg, die Thesen Luthers. Die Aktivitäten und die Berichte von Martin Bucer lassen Straßburg zu einer wichtigen Stadt für die Bewegung der Reformation werden.

Die Protestanten dieser Stadt sind lutherisch gesinnt. Jean Calvin war in Straßburg. Mulhouse, Bischwiller, Ste-Marie-aux-Mines, Metz und andere Städte hängen der so genannten "reformierten" (calvinistischen oder zwingli’schen) Strömung an. Auf diese verschiedenen Entwicklungen geht die Unterscheidung zwischen der EPCAAL, "lutherisch" (Protestantische Kirche Augsburgischen Bekenntnisses von Elsass-Lothringen) und ERAL, "calvinistisch" (Reformierte Kirche von Elsass-Lothringen) zurück.

Enge Zusammenarbeit zwischen Bekenntnissen

Heute haben sich die beiden Kirchen wieder angenähert und arbeiten eng zusammen. Der besondere konfessionelle Status durch den Vertrag von Westfalen (1648) macht die Widerrufung des Ediktes von Nantes (1685) in der Region unanwendbar. Im Jahr 1905 war Alsace-Moselle unter deutscher Besatzung und kennt nicht das Gesetz der Trennung zwischen Kirche und Staat. So hat Alsace-Moselle nicht die Folgen dieser zwei großen Veränderungen im französischen Protestantismus mitgemacht. Deshalb werden die Pfarrer (ebenso wie die Priester und die Rabbiner) vom Staat bezahlt und deshalb gibt es an den Schulen keinen Religionsunterricht.

Die Verbindung mit dem Staat bleibt in Kraft (Articles Organiques). Durch ihre besondere geographische Situation haben die Protestantischen Kirchen von Alsace-Moselle eine Brückenfunktion zwischen den protestantischen Minderheiten im Süden von Europa und den protestantischen Mehrheiten in Nordeuropa.

Die EPCAAL beruft sich auf die Glaubensbekenntnisse der Alten Kirche, auf das Augsburgische Bekenntnis und auf den Kleinen Katechismus von Luther. EPCAAL hat Teil am Zeugnis und Dienst der anderen christlichen Kirchen in der Welt. Sie bemüht sich, die Gemeinschaft und Zusammenarbeit mit ihnen zu vertiefen. Sie ist sie Mitglied der Fédération Protestante de France (FPF), des Conseil Permanent Luthéro-Réformé (CPLR), des Lutherischen Weltbundes (LWB), der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK).


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