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Evangelisch-Lutherische Kirche in Italien

Logo der  Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien (ELKI).
Logo der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien (ELKI).
Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Italien (ELKI) wurde nach dem zweiten Weltkrieg, im Oktober 1949, gegründet, aber ihre zwölf Gemeinden sind teilweise sehr viel älter als die Kirche selbst. Die älteste Gemeinde ist Venedig, die in der Zeit der Reformation von deutschen Kaufleuten als geheime Vereinigung gegründet wurde. Die Gemeinde Triest wurde 1778 gegründet, die in Rom 1819 und die in Neapel 1826. Dann folgte die Gründung der Gemeinde Mailand (1850) und die der Gemeinde Bozen (1889).

Die jüngste Gemeinde ist die von in Sizilien (1996). Die Gemeinde Torre Annunziata, südlich von Neapel, entstand nach dem zweiten Weltkrieg aus der Missionstätigkeit von Pfarrer Idelmo Poggioli. Sie hat sich 1957 der ELKI angeschlossen und ist bis heute diakonisch besonders aktiv (Kindergarten, Grundschule, Sozialzentrum, Theaterwerkstatt).

Bis zum zweiten Weltkrieg waren die damaligen deutschsprachigen Auslandsgemeinden dem preußischen Oberkirchenrat und später dem Kirchenamt der Deutschen Evangelischen Kirche (DEK) angegliedert bzw. unterstellt.

Minderheit in katholischem Land

Der Zusammenschluss der verschiedenen Gemeinden zur ELKI hat das Selbstbestimmungsrecht der Gemeinden weitgehend bewahrt und noch ausgebaut. Die Führungsorgane der Kirche sind die Synode und das Konsistorium. Die Synode besteht aus den PfarrerInnen und VertreterInnen der verschiedenen Gemeinden. Das Konsistorium wird von der Synode gewählt und besteht aus zwei Geistlichen (DekanIn und VizedekanIn) und drei Laien. Der offizielle Sitz der ELKI ist in Rom, wo sich auch ihr Zentralbüro, das Dekanat, befindet.

Mit ihren circa 7.000 Mitglieder ist die ELKI eine evangelische Minderheit in einem Land, dessen Bewohner zu über 94 Prozent der römisch-katholischen Kirche angehören. Sie ist vom italienischen Staat offiziell anerkannt. Die Beziehungen zwischen beiden sind seit 1995 in einer Vereinbarung (Intesa) geregelt, die durch Anerkennung durch das italienische Parlament am 29. November 1995 Gesetzesrang erlangte und in Geltung trat.

Durch die neue Kirchenverfassung vom 25. Januar 2004 wird die ELKI als zweisprachige Kirche definiert. Dies gilt unbeschadet der Tatsache, dass der größte Anteil ihrer PfarrerInnen durch eine Vereinbarung mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) von Deutschland aus mit zeitlich befristeten Verträgen entsandt sind.

Drei neue deutschsprachige Gruppen haben sich in den letzten Jahren in Norditalien gebildet, deren Aktivität auf die zukünftige Gründung neuer Gemeinden hoffen lässt.

Vielseitiges ökumenisches Engagement

Die ELKI ist eine ökumenisch offene Kirche, die zusammen mit Waldensern, Methodisten, Baptisten und der Heilsarmee Gründungsmitglied des nationalen Bunds Evangelischer Kirchen in Italien (FCEI) ist. Sie unterhält vielfältige Kontakte zur katholischen Kirche. Sie pflegt internationale Kontakte und ist Mitglied im Lutherischen Weltbund (LWB), der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE, Leuenberger Kirchengemeinschaft) sowie der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK).

Außerdem besteht eine enge Verbindung zur Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und zur Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche in Deutschland (VELKD). Mit der evangelischen Kirche A.B. in Slowenien hat sie einen Partnerschaftsvertrag abgeschlossen, der ab dem 1. Januar 2000 in Kraft getreten ist.

Vielfältige Begleitung und Unterstützung erfährt die ELKI durch das Gustav-Adolf-Werk und den Martin-Lurther-Bund aus Deutschland. War dieses Verhältnis früher weitgehend durch die finanzielle Hilfe von dort her geprägt, so hat es sich in den letzten Jahren auch auf finanziellem Gebiet zu einer Partnerschaft auf Gegenseitigkeit entwickelt. Finanzielle Hilfen ins Ausland werden seither außer über den LWB fast ausschließlich über diese beiden Partner getätigt. Sie bieten mit ihrer Sachkompetenz die Gewähr der effizienten und zielgerichteten Verteilung der Mittel, die eine kleine Kirche wie die ELKI nicht aufbauen kann.

Die ELKI ist ferner engagiert im christlich-jüdischen Gespräch und Mitglied der Lutherischen Europäischen Kommission für Kirche und Judentum (LEKKJ), die diesen Dialog seit langer Zeit intensiv führt.


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