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ELKRAS

Petri-Kirche
Petri-Kirche
Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Russland, der Ukraine, in Kasachstan und Mittelasien (ELKRAS) ist die rechtliche Nachfolgerin der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Russischen Reich.

Die erste lutherische Gemeinde auf russischem Gebiet wurde im Jahre 1576 in Moskau gegründet. In der Folgezeit trugen verschiedene Faktoren zur Verbreitung des Luthertums auf russischem Gebiet bei. Die Evangelisch-Lutherische Kirche im Russischen Reich, deren konstitutionelle Rechte durch die Verabschiedung der Satzung von 1832 gesichert wurden, waren in die Konsistorialkreise Moskau und St. Petersburg eingeteilt. Diese waren in Propsteien unterteilt, die sich wiederum aus mehreren Kirchenkreisen zusammensetzten. Ein Kirchenkreis bestand aus mehreren Gemeinden, abhängig von ihrer Größe. Die Kirche gründete eigene Bildungseinrichtungen und Wohltätigkeitsverbände.

Im Jahre 1924 wurde eine neue Kirchenordnung verabschiedet und vom sowjetischen Staat anerkannt. Mit Beginn der Repressionen Ende der 20er und Anfang der 30er Jahre wurde ein Großteil der Kirchengebäude enteignet, Pastoren hingerichtet oder verbannt, zentrale Verwaltungsstrukturen konnten nicht mehr aufrecht erhalten werden.

Der Wiederaufbau der Kirche begann im Jahre 1989. Der erste Bischof der ELKRAS (damals Superintendent der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Sowjetunion), wurde der Rigaer Pfarrer Harald Kalnins, der zuvor viele Jahrzehnte lang die deutschen lutherischen Gemeinden in den Republiken der Sowjetunion besucht hatte. In den Jahren 1992 bis 1994 wurden Synoden im Europäischen Russland, Sibirien, der Ukraine, Kasachstan, Usbekistan und Kirgisien durchgeführt. Im Jahre 1994 wurde die St. Peter- und Paulskirche in St. Petersburg Hauptkirche der ELKRAS und Sitz der Bischofskanzlei und aller leitenden Organe.

Die Teilnehmer der ersten Generalsynode im Jahr 1994 wählten Prof. Dr. Georg Kretschmar zum Nachfolger von Bischof Kalnins. Im Zeitraum von 1994 bis 1999 wurden leitende Strukturen in den Regionalen Kirchen der ELKRAS eingeführt und geeignete Pastoren gesucht, die bereit waren, die Verantwortung für Gemeinden zu übernehmen. Auf der zweiten Generalsynode wurde die Kirchenordnung bestätigt und eine neue Variante der innerkirchlichen Ordnung verabschiedet, die die innerkirchlichen Verhältnisse regelt. Der Amtstitel des Bischofs wurde geändert in "Erzbischof". Am 25. August 1999 bestätigte das Justizministerium der Russischen Föderation die Registrierung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Russland, der Ukraine, Kasachstan und Mittelasien gemäß dem Gesetz der Russischen Föderation vom 1. Oktober 1997 "Über Religionsfreiheit und religiöse Vereinigungen".

Zurzeit besteht die ELKRAS aus sieben regionalen Kirchen und ist in zehn Staaten tätig. Zur ELKRAS gehören folgende regionale Kirchen: die Evangelisch-Lutherische Kirche Europäisches Russland, die Evangelisch-Lutherische Kirche Ural, Sibirien und Ferner Osten, die Deutsche Evangelisch-Lutherische Kirche der Ukraine, die Evangelisch-Lutherische Kirche in der Republik Kasachstan, die Evangelisch-Lutherische Kirche in Usbekistan, die Evangelisch-Lutherische Kirche in der Kirgisischen Republik, die Evangelisch-Lutherische Kirche in Georgien, die Gemeinschaft der evangelischen Gemeinden in Weißrussland, die Evangelisch-Lutherische Erlösergemeinde in Baku (Aserbaidschan), die Evangelisch-Lutherische Gemeinde in Duschanbe (Tadschikistan) und die Evangelisch-Lutherische Gemeinde in Serachse (Turkmenistan).


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