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Gemeinden der EELK

Es gibt 165 Gemeinden in der EELK. Gemeinden außerhalb der Republik (Upper-Suetuki, St. Petersburg, Petseri) haben schon mehrere Jahre zur estnischen Kirche gehört, und Esten in Riga, Helsinki, Vilnius and Moskau war es möglich, Predigten in ihrer Muttersprache zu hören.

Die regelmäßigen und ordnungsgemäßen Gottesdienste waren schon immer das Hauptinteresse und höchste Bestreben des estnischen Klerus, besonders während der Jahrzehnte, als die Kirche nur innerhalb ihrer Mauern wirken konnte. Aber sogar in der schlimmsten Zeit der Unterdrückung wurden jährlich über 9000 Gottesdienste in 140 Gemeinden gehalten. Das heißt, dass der spärlich besetzte Klerus zwei oder mehr Gottesdienste hielt – Sonntag auf Sonntag – zusätzlich zu den Gottesdiensten an Werktagen, Gebetsversammlungen und Bibelstunden, manchmal vor sehr wenig Publikum.

In den meisten Gemeinden werden die Gottesdienste regelmäßig jeden Sonntag um 10 oder 11 Uhr vormittags gehalten und halten eine etablierte Ordnung ein, welche – in ihren wesentlichen Elementen – durch dieses Jahrhundert hindurch gleich geblieben ist. Der Kirchenvorstand hat die Liturgische Kommission gebeten, das Gottesdienstbuch zu erneuern, und mehrere Gemeinden probieren neue Arten des Gottesdienstes aus, die zu einer aktiveren Beteiligung der Gemeinde einladen, und probieren verschiedene Wege aus, den Raum der Kirche zu nutzen und das Altar-Sakrament und die Abendmahlsgemeinschaft deutlicher zu betonen. Weihnachtsgottesdienste genießen immer die lebendigste Beteiligung, indem sie auch diejenigen zusammenbringen, die keine feste und regelmäßige Verbindung zur Kirche haben. Obwohl ziemlich viele kirchliche Feiertage, die auf Werktage fallen, auch zu öffentlichen Feiertagen in der Republik Estland proklamiert worden sind und man nicht zur Arbeit gehen muss (Weihnachten, Karfreitag, Johannestag), ist die Anzahl der Leute, die an diesen Tagen den Gottesdienst besuchen, wesentlich kleiner. Zugleich ist die Teilnahme an den Sonntagsgottesdiensten gestiegen, und in verschiedenen Gemeinden beträgt die durchschnittliche Anzahl der regelmäßigen Gottesdienstbesucher nur 5 bis 25 Prozent der gesamten Gemeinde.

Die Mitgliederschaft der Gemeinden ist über die Jahre hinweg jünger geworden, da eine beträchtliche Anzahl junger Menschen den Gemeinden durch Konfirmation beitritt. Ein gewisser Anteil von ihnen hält einen näheren Kontakt zu seiner/ihrer Gemeinde aufrecht und kommt regelmäßig zu den Gottesdiensten. Das Konfirmationsalter liegt bei 15 bis 21 Jahren und rund die Hälfte der Leute wird innerhalb dieser Altersgrenzen konfirmiert.

In der Ersten Estnischen Republik fungierte die Pfarrerschaft auch als Beamte des Standesamtes, und eine Hochzeit bedeutete eine legale Ehe. Diese Praxis fehlt vielen Gemeindegliedern, die ihre Ehe jetzt in einer Laieneinrichtung registrieren müssen, bevor sie sich kirchlich trauen lassen können.

Während 1985 die Anzahl der kirchlichen Begräbnisse mehr als dreimal so hoch als die Anzahl der Taufen war, gibt es jetzt schon wesentlich mehr Taufen als Begräbnisse, obwohl die Anzahl der letzteren auch gestiegen ist. Die Mehrheit der Esten kann angesichts der Frage, wie sie selbst oder ihre Nächsten aus der Welt scheiden, nicht gleichgültig bleiben, da sogar jene, die wenig Kontakt zur Kirche haben, hoffen, ewigen Frieden in Gott zu finden.


Organisationen - Vereinigung für Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

Der Religionsunterricht für die Jugend wurde koordiniert vom Jugendarbeitszentrum, das seine Arbeit 1991 wieder begann. Seine wichtigste und wesentliche jährliche Aufgabe ist die Organisation der landesweiten „Tage der Kirchenjugend“, die hunderte von jungen Menschen in gemeinsamen Gebeten, Gottesdiensten und Diskussionsgruppen – um spezifische und aktuelle Themen in Angriff zu nehmen – zusammenbringen. Es ist eine willkommene Tradition für hunderte junger Esten geworden, an Treffen jugendlicher europäischer Christen um die Jahreswende teilzunehmen.

Die Arbeit mit Kindern in den Gemeinden hat schon 1988 begonnen. Sonntagsschulen begannen, dutzende und hunderte von Kindern in die eher überfüllten Gemeinderäume einzuladen, wo ältere oder jüngere Gemeindeglieder zu unterrichten anfingen. 1990 wurde die Vereinigung der Sonntagsschulen etabliert, welche – meist basierend auf finnischer Kirchenpraxis – mit regelmäßigem Unterricht und der Herausgabe von systematischen Materialien und Kinderbüchern begann.

Das Jugendarbeitszentrum und die Vereinigung der Sonntagsschulen taten sich 2004 zusammen. Die Bezeichnung der neuen Organisation lautet Vereinigung für Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Vereinigung für Kinder und Jugendliche der Estnischen Evangelisch-Lutherischen Kirche
Kiriku plats 3
10130 Tallinn, ESTONIA
Telefon +372 627 7374
Fax: +372 627 7352
lny[AT]eelk.ee
www.eelk.ee/lny/



Organisationen - Vereinigung für Geistliche Musik

Neben der Verkündigung des Wortes war die Musik immer gleichermaßen wichtig. Die Jahre der Besatzung hatten wenig Einfluss darauf. 1993 wurde die Vereinigung für Geistliche Musik gegründet, die alle Kirchenmusiker vereinigt und die Kirchenmusik koordiniert. Das Ziel der Vereinigung ist die Verbreitung des Wortes Gottes und die Stärkung des Glaubens durch Musik.

Neben den traditionellen Kirchenchören haben die Gemeinden Kinder-, Jugend- und auch Kammerchöre gegründet. Viele bekannte MusikerInnen und Ensembles haben in Kirchenkonzerten teilgenommen, um das Werk anderer und ihr eigenes für den Ruhm Gottes und die geistliche Erleuchtung der Zuhörer in angemessener Umgebung vorzutragen.

Es gibt über 100 Orgeln in estnischen Kirchen – viele von ihnen sind sehr wertvolle Instrumente mit schönem Klang, und für die Gemeinden bedeutet es oftmals eine finanzielle Belastung, sie zu restaurieren und in gutem betriebsfähigen Zustand zu halten. Aber die königlichen Instrumente hören nicht auf, schöne Musik zu erzeugen. Die alte estnische Tradition des Orgelbaus (Familie Kriisa) wird durch neue ausländische Erfahrung unterstützt (Scheffler). Die „Orgel-Stiftung der Kathedrale Tallinn“ wurde gegründet, um die notwendigen Millionen für die Restaurierung der prunkvollen Sauer-Orgel der Kathedrale zu sammeln.

Vereinigung für geistliche Musik der EELK
Kiriku plats 3
10130 Tallinn, ESTONIA
Telefon +372 627 7375
Fax +372 627 7376
kml[AT]eelk.ee



Missionszentrum

Die Gründung des Missionszentrums 1996 hat gezeigt, dass die Kirche vorbereitet ist, alle möglichen Aufgaben zu übernehmen und sich mit den Problemen Fremder oder ferner Brüder und Schwestern zu beschäftigen. Der über 100 Jahre alten Tradition folgend war es der estnischen Kirche möglich, Missionare nicht nur zu ihrem eigenen Volk, sondern auch in entferntere Gegenden zu schicken.

Missionszentrum
Kiriku plats 3
10123 Tallinn, ESTLAND
Telefon/Fax +372 627 7379
Telefon +372 627 7380
mk[AT]eelk.ee
www.eelk.ee/mk/




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